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Im Expeditionsmobil auf eine Lebensreise

Die letzten 26 Monate - Reiseblog Juli 2026

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Ende Juni kamen wir zwar wieder am Ausgangspunkt unserer Reise an, aber noch längst nicht an dessen Ende.
26 Monate waren wir bereits in unserem dicken Mo unterwegs, haben 16 Länder besucht, sind knapp 21.000 km gefahren und benötigten dafür rund 3.500 Liter Diesel.
In diesem Blog möchten wir Euch eine kleine Zusammenfassung von dieser aufregenden und abwechslungsreichen Zeit geben, die unser Leben vollends verändert hat.


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Wie alles begann


Unser allererster Blog schildert euch bereits die Geschichte, wie es überhaupt dazu kam, dass wir uns für diese Art zu Leben entschieden haben.
Vor fast acht Jahren wurde aus einer Idee Realität, in dem wir unseren dicken Mo kauften. Damals noch eine alte Feuerwehr - rot, Doppelkabine und mit sämtlichen Löschvorrichtungen, aber mit unheimlich viel Potential und Charme.


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Anfang 2021 konnten wir Mo endlich zu uns holen und mit den An- und Ausbauarbeiten beginnen. Mit dem Wissen von heute, würden wir es beim nächsten Mal definitiv anders machen - ohne Fahrzeugbauer, sondern von vornherein viel mehr selber schrauben und vielleicht doch eine Nummer kleiner.


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Aber damals waren wir noch recht unerfahren, teilweise auch zu gutgläubig und erst mit der Zeit bemerkten wir diverse Mängel am Fahrzeug, welche wir auch heute noch ausbessern müssen. Auf der einen Seite ist dies extrem ärgerlich, denn wir gingen davon aus, dass Profis unser Fahrzeug aufbereiten. Auf der anderen Seite hätte Christian damit aber jetzt bedeutend weniger Bastelprojekte und würde sich wahrscheinlich eher mal langweilen.

Nach drei Jahren intensiver Bauzeit, in denen wir beide unseren Vollzeitjobs weiterhin nachgingen, verließen wir Ende April 2024 endlich das Hamsterrad und brachen in unseren neuen Lebensabschnitt auf.


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Reisevorbereitungen

Doch bevor wir final losfahren konnten, standen vorab noch einige Vorbereitungen an. Unsere damaligen Arbeitgeber hatten wir recht früh ins Boot geholt und über unsere Pläne informiert. Aufgrund unzähliger Überstunden, Resturlaubstage und beidseitiger Vereinbarungen waren wir die ersten Reisemonate sogar noch finanziell und versicherungstechnisch bestens abgesichert.

Auch wenn wir Deutschland den Rücken kehrten, wollten wir allerdings auf die ein oder andere „Sicherheit“ nicht ganz verzichten. Daher ließen wir uns ausführlich bei einem Arzt zwecks Reiseimpfungen beraten und auch entsprechend impfen. Wir beantragten jeweils zwei Reisepässe, erstellten vorsorglich ein Testament mit Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht, schlossen eine (Langzeit-) Auslandsreisekrankenversicherung ab und meldeten uns auf unsere Heimatstadt Meißen wieder um.


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Christian hatte berufsbedingt bereits den LKW-Führerschein vorliegen. Aber für den worst case sollte auch ich Mo fahren können. Aus diesem Grund begab ich mich nach über 20 Jahren erneut in die Fahrschule, wo ich erfolgreich Theorie und Praxis bestand. Ich kann euch sagen, dass ich gehörig Respekt vor meiner ersten Fahrstunde hatte und schon etwas „geschockt“ war, als ich direkt auf die Straße sollte. Die armen Verkehrsteilnehmer, die hinter mir herfahren mussten, tun mir heute noch leid.
Nebenbei bereitete ich die grobe Routenplanung vor, sammelte Infos zu den jeweiligen Ländern, wie Einreisebestimmungen, Verkehrshinweise, Maut, Sehenswürdigkeiten oder auch SIM-Karte und suchte die ersten Stellplätze raus.


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Eingewöhnen in das neue Leben

Denn wie sich bereits nach kurzer Zeit herausstellte, waren vor allem die unterschiedlichen Länderinformationen wichtig, da wir innerhalb der ersten drei Monate bereits fünf Länder bereist hatten.
An den ersten Grenzübergängen rollten wir stets nur vorbei und so kamen wir meist erst in den Geschäften mit den Einheimischen in Kontakt. Dabei war es uns wichtig wenigstens die Grundbegriffe wie „Hallo“, „Danke“ und „Auf Wiedersehen“ in der jeweiligen Landessprache zu beherrschen. Auch jetzt noch legen wir großen Wert darauf und in Ländern, wo wir uns länger aufhalten, versuchen wir sogar noch einige Worte mehr zu lernen.


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Einen Fehler, den jedoch auch viele andere Reisende gemacht haben, war, dass wir anfangs viel zu schnell unterwegs waren. Fast täglich fuhren wir einen neuen Stellplatz an, erkundeten diverse Sehenswürdigkeiten und kamen gar nicht wirklich hinterher, diese Eindrücke in Ruhe zu verarbeiten. Wir waren enorm gestresst und fragten uns, ob wir wirklich die richtige Entscheidung getroffen hatten.
Spätestens ab Ungarn, das wir am Ende unseres dritten Reisemonats erreicht hatten, versuchten wir regelmäßig und bewusst Pausen einzulegen bzw. an Stellplätzen, die uns gefielen, einfach länger zu bleiben. Ab da wurde das Reisen und das Leben entspannter. Wir fanden unseren eigenen Rhythmus mit entsprechenden Routinen und mussten auch feststellen, dass nicht alle Vorstellungen, Wünsche und Träume in der Realität umsetzbar waren.


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Unsere Route

Nachdem wir Ende April 2024 im Schwarzwald, unserem damaligen Wohnort, gestartet sind, ging es für uns als erstes in die alte Heimat. Ein paar organisatorische Dinge sowie der Abschied von Familie und Freunde standen hier auf dem Programm.
Rund zwei Wochen später brachen wir dann final auf und überquerten kurz darauf unsere erste Landesgrenze. Über Polen ging es ins Baltikum - nach Litauen und Lettland, wobei wir leider nicht bis Estland gefahren sind. Warum? Wir hatten schlichtweg Bedenken, dass wir es nicht rechtzeitig (vor dem ersten Schnee) in unser angepeiltes Winterdomizil schaffen könnten. Im Nachgang bereuen wir es, haben uns aber vorgenommen Estland irgendwann in der Zukunft noch einen Besuch abzustatten.


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Nach Lettland lautete unser Motto dann: „Ab in den Süden“. Allerdings war eine Reise durch Weißrussland oder der Ukraine aufgrund der politischen Situation nicht möglich. Weshalb es erstmal zurück nach Polen ging. Ab da fuhren wir fast schnurgerade runter bis nach Griechenland. Dabei führte uns unser Weg mit einigen kleinen Schlenkern durch die Slowakei, Ungarn, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien und Nord-Mazedonien.


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In Griechenland verbrachten wir dann unseren ersten Winter auf Reisen - ohne Schnee und Minustemperaturen (abgesehen vom Olymp), sondern meist bei frühlingshaftem Wetter und Sonnenschein sowie unzähligen Ausblicken aufs Meer. Während dieser Zeit überlegten wir, wo es den kommenden Sommer hingehen sollte. Nach längerem Hin und Her entschieden wir uns weiter Richtung Osten zu fahren. Und so überquerten wir im April 2025 unsere dreizehnte Landesgrenze, die Grenze zur Türkei.


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Wenig später verließen wir Europa und waren dann ein halbes Jahr lang auf dem asiatischen Kontinent unterwegs. Wir fuhren einmal quer durch die Türkei und kamen am Ende in einem grünen Himmel an - Georgien und Armenien. Zum überwintern waren beide Länder leider weniger geeignet, weshalb es im Herbst für uns wieder einmal quer durch die Türkei zurück ging. Erneut verbrachten wir den Winter in Griechenland und standen zum zweiten Mal vor der Entscheidung, wo es den kommenden Sommer hingehen sollte.


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Da Mo bereits während der Reise einige größere Mängel aufwies und diese nicht mal so zwischendurch oder in einer ausländischen Werkstatt zu beheben waren, beschlossen wir, nach Deutschland zurück zukehren. Auf fast der selben Route wie zwei Jahre zuvor, ging es dann im Frühjahr wieder Richtung alte Heimat, wobei wir diesmal in der Slowakei Richtung Tschechien abbogen und so noch ein neues Reiseland besuchten. Nun sind wir wieder in Deutschland, machen Mo soweit fit und sehnen bereits die erneute Abfahrt herbei.


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Unterschiede

Waren unsere ersten Reiseländer Deutschland noch recht ähnlich, nahmen wir mit der Zeit die Unterschiede viel bewusster war. Angefangen bei der Sprache, dem Essen und der Mentalität der Einheimischen - von zurückhaltend, interessiert bis aufdringlich. Über den Straßen - endlose gerade Strecken, kurvige und bergige Passagen sowie Schlagloch an Schlagloch - und den vielfältigen Verkehrsteilnehmern - egal ab PKW, Fußgänger oder Kuh. Bis hin zu den unterschiedlichen Landschaften - von braun in braun bis tausend verschiedene Grüntöne - sowie einigen herausfordernden Grenzübergängen, erlebten wir eine Vielzahl an neuen Eindrücken und Erfahrungen.


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Wobei wir bisher keine wirklichen Probleme an den jeweiligen Grenzen oder in den Ländern hatten und bewusst auch nicht in ein Krisenland gereist sind. Unser ursprüngliches Ziel, auf dem Landweg in die Mongolei, wurde erstmal in weiter Ferne geschoben, da wir uns unsicher sind, ob wir das überhaupt noch möchten. Nicht nur aufgrund der aktuellen politischen Situation, sondern auch, weil wir festgestellt haben, das uns endlose weite Steppen weniger glücklich machen, als grüne Wiesen und Wälder oder ein schöner Platz am Meer bzw. einem See.


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Das Leben auf nur knapp 10qm in einem rollenden Zuhause ist anders, als in einer festen Wohnung oder Haus von 50qm oder oftmals größer. Minimalismus ist eine Lebenseinstellung, die wir bewusst gewählt haben. Wir kaufen nur das, was wir wirklich benötigen. Vor allem bei den Lebensmitteln hamstern wir nicht, denn wir haben gelernt, dass man überall fast alles bekommen kann. Vielleicht zwar nicht immer genau die Sorte Käse oder ein schönes, dunkles Brot, aber genau das macht ja auch den Reiz aus. Neue Sachen ausprobieren, vergleichen und feststellen, dass es auch in anderen Ländern unheimlich leckeres Essen gibt.


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Auch die Ausstattung der Baumärkte unterscheidet sich stark von Land zu Land. Denn wer unsere Blogs regelmäßig gelesen hat, weiß, dass wir in fast jedem Land mindestens einmal einen Baumarkt aufgesucht haben. Inzwischen wissen wir, wo wir was bekommen und wo nicht.

Viele Sachen, die in Deutschland selbstverständlich sind, sind für uns unterwegs mal kleine oder mal große Herausforderungen. Angefangen von der Beschaffung von Lebensmitteln oder wo bekommen wir problemlos 200 Liter Trinkwasser her, über der Suche nach dem nächsten passenden (nicht immer schönen) Stellplatz bis hin zu wo können wir mal wieder Wäsche waschen - sind es diese Themen, mit denen wir uns regelmäßig auseinandersetzen müssen.


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Lieblingsländer

Dabei entwickelte sich Griechenland zu einem unserer Lieblingsländer, da die oben genannten Punkte hier recht leicht zu bewältigen sind und wir, vor allem in der Nebensaison, das milde Klima und die teilweise leeren Stellplätze zu schätzen und lieben gelernt haben. Nicht ohne Grund haben wir hier bereits zwei Winter verbracht. Denn es fühlt sich stets wie nach Hause kommen an, sobald wir die Grenze überqueren.


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Aber auch in Georgien haben wir uns vollends wohlgefühlt. Im Vergleich zu den anderen Ländern, die wir zuvor gesehen hatten, war hier alles noch ein wenig wilder, rauer und mit diesem kommunistischen Charme aus früheren Zeiten. Die Landschaft war unfassbar abwechslungsreich und wir konnten uns an dem vielen Grün einfach nicht satt sehen. Es war ein bisschen wie eine Zeitreise - überall alte Fahrzeuge, oberirdische Gasleitungen, Technik von anno dazumal und überaus liebenswerte Menschen. Auf den ersten Blick scheinen sie etwas ruppig, da die Sprache recht hart klingt. Aber wenn man sie einmal etwas näher kennenlernt, muss man aufpassen nicht plötzlich Teil ihrer Familie zu sein.


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Die Gastfreundschaft und das Essen in Georgien sind unschlagbar und wir waren zum Teil so überwältig, teilweise sogar überfordert. Denn ein Nein zu einer Einladung wird als Beleidigung gesehen und das wollten wir keineswegs. Daher mussten wir unsere Einstellung ändern, noch einen Schritt aus unserer Komfortzone herausgehen, uns anpassen und auf das Ganze auch einlassen. Aber genau das war es ja auch, was wir erleben wollten.


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Ein weiteres Land, was wir ebenfalls ins Herz geschlossen haben und so gar nicht auf dem Schirm hatten, war Bosnien-Herzegowina. Allerdings ist es für ein Fahrzeug, wie unseren Mo und unserem Reisestil, weniger als Reiseland geeignet, da die Straßen zumeist recht eng sind, es sehr viele bergige Passagen gibt und wir somit nur sehr langsam voran kamen. Landschaftlich allerdings ist es eine absolute Augenweide und hat wunderschöne Stellplätze zu bieten, wobei stets darauf geachtet werden muss nicht in ein Minengebiet zu fahren. Außerdem ist es noch nicht so touristisch erschlossen, wie die anderen Balkanländer, weshalb wir kaum andere Reisende trafen.


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Nicht so unser Fall

Aber nicht alles war schön auf unserer Reise und so erhielten wir auch einen Einblick in die Schattenseiten der jeweiligen Länder. Ein ganz großes Problem, was wir ab dem Balkan bis in die Türkei erlebten, war das Thema Müll. Auch wenn inzwischen in allen Ländern an den Straßenrändern große Mülltonnen stehen, ist es bei den meisten Einheimischen im Bewusstsein noch längst nicht angekommen, dass der Müll nicht einfach in die Natur sondern in die Tonne geworfen wird. Aber wenn selbst die junge Generation keinen Wert darauf legt, wird sich daran so schnell leider nichts ändern.


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Ein weiteres trauriges Kapitel sind die vielen Straßenhunde, die wir ebenfalls ab dem Balkan bis in die Türkei hinein regelmäßig zu sehen bekamen. Wenn uns an unseren Stellplätzen der ein oder andere Hund Gesellschaft leistete, bekam er meist ein Napf voll Wasser, ein bisschen was zu fressen und hin und wieder eine kleine Streicheleinheit, die er sichtlich genoss. Mehr konnten wir für die Vierbeiner nicht machen.


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Was das Essen anbelangt, sind wir an sich recht unkompliziert. Aber wie die meisten Deutschen lieben wir gutes Brot. Und das ist vor allem in der Türkei oder auch Albanien definitiv nicht zu bekommen. Oftmals gibt es lediglich Weißbrot, das total weich ist und kein bisschen sättigend. Wir hatten stets das Gefühl nur Luft zu essen und waren immer froh, wenn wir irgendwo ein schönes dunkles oder anderes festes Brot entdeckten.


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Das Land in dem wir uns übrigens am wenigsten wohl fühlten war Albanien. Dabei war es nicht nur die Müllproblematik oder das viel zu weiche Brot, sondern vielmehr die Einheimischen, mit denen wir einfach nicht so richtig warm geworden sind. Ich empfand sie in Geschäften zum Teil als aufdringlich, was mir stets ein ungutes Gefühl verschaffte. Daher werden wir Albanien in Zukunft eher als Transitland nutzen oder lediglich einen ausgiebigeren Zwischenstopp einlegen, um Alessandra und Daniele zu besuchen.


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Workaway und arbeiten

Denn bei den Beiden hatten wir unseren ersten Workaway-Einsatz überhaupt. Und zu unserem Glück auch noch auf einem Campingplatz, wo wir alle Annehmlichkeiten kostenlos nutzen konnten. Die Arbeiten waren körperlich zwar teilweise recht anstrengend, weil sich der Platz damals noch im Aufbau befand, aber wir scheuten uns trotzdem nicht und packten tatkräftig mit an. Zusätzlich profitierten wir von dem reichhaltigen Essen, lustigen Gesprächen mit anderen Workawayern und der Möglichkeit sich mit den unterschiedlichen Gästen des Campingplatzes auszutauschen.


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Aber warum machten wir überhaupt ein Workaway, wenn wir doch eigentlich reisen wollten? Ganz einfach: Zum einen konnten wir so problemlos längere Zeit an einem Platz stehen bleiben und mal ein bisschen durchatmen. Und zum anderen vermissten wir das Gefühl uns nützlich zu machen. Kurzum, es fehlte uns schlichtweg die Arbeit. Daher hatte ich mich parallel zu diesem Zeitpunkt auch als Virtuelle Assistenz selbstständig gemacht und arbeite seit dem von unterwegs für diverse Kunden im Backoffice oder Personalbereich.

Doch bei einem Workaway blieb es nicht. Uns gefiel das Prinzip ein paar Stunden arbeiten, um im Gegenzug einen kostenlosen Stellplatz sowie Verpflegung zu erhalten. Daher gab es noch zwei weitere Einsätze, die beide im letzten Winter stattfanden und sich auch enorm voneinander unterschieden.


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Zum einen halfen wir bei einer Olivenernte, wo die Oliven tatsächlich noch von Hand gepflückt worden. Und zum anderen waren wir auf einem Gnadenhof, wo rund 35 Hunde und knapp 20 Katzen ein schönes Zuhause gefunden hatten. Auf unserem Rückweg legten wir dann noch mal einen Zwischenstopp bei Alessandra und Daniele ein, wo wir erneut für zwei Wochen die Annehmlichkeiten ihres Campingplatzes nutzen konnten und auch ein wenig arbeiteten.

Gewiss werden wir auch in Zukunft den ein oder anderen Workaway-Einsatz absolvieren. Doch bevor dies geschieht, muss erstmal unser dicker Mo wieder reisetauglich gemacht werden.


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Mo - unser treuer Begleiter

Genau aus diesem Grund sind wir aktuell in Deutschland. Auch wenn er von außen stets topp gepflegt und in einem guten Zustand wirkt, macht sich sein Alter an vielen Ecken und Kanten bemerkbar. Doch mehr dazu erfahrt ihr nächsten Monat.


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Während der letzten 26 Monate war Mo stets unser treuer Begleiter und hat uns wohlbehalten herumgeführt und wieder zurück gebracht. Dabei bin ich verantwortlich für die Routen, die er fahren soll und Christian für die Wartung und Instandhaltung des alten Herrn. Und dieser Aufgabe widmet er sich mit unheimlich viel Liebe und Aufmerksamkeit. Ich hingegen muss da noch ein wenig mehr auf die Bedürfnisse von Mo eingehen.

Denn auch wenn viele behaupten, dass man mit solch einem Fahrzeug wie Mo überall hin käme, müssen wir hier eindeutig widersprechen. Zum einen sind seine Größe und zum anderen auch sein Gewicht zwei einschränkende Faktoren, die uns die Anfahrt zu manch abgelegenem Stellplatz oder der ein oder anderen Sehenswürdigkeit einfach verwehrt.


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Hinzu kommt, dass Mo unser einziges Zuhause ist, wir hier dauerhaft drinnen leben und dies auch noch viele weitere Jahre so bleiben soll. Deshalb meiden wir extreme Offroad-Strecken oder Passagen mit tief bzw. weit in den Weg hinein hängenden Ästen. Viele Reisende sind stolz auf die unzähligen Kratzer an deren Fahrzeugen. Uns hingegen tut es nach wie vor weh, wenn bei Mo ein neuer Kratzer hinzu kommt.

Unsere Stellplätze wählen wir stets unter Berücksichtigung des Wetters und fahren bewusst keine Straßen, die zu Schlammpisten werden können und wo die Gefahr besteht, sich festzufahren. Aus diesem Grund mussten wir uns in all der Zeit bisher auch noch kein einziges Mal irgendwo frei schaufeln oder herausziehen lassen.


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Slow Traveler

Waren wir anfangs recht zügig unterwegs, haben wir inzwischen das Tempo extrem gedrosselt und selbst eine Schnecke ist zeitweise schneller als wir.

Wir sind zu Slow Travelern geworden, was uns von einigen anderen Reisenden stark unterscheidet. Das ist der große Vorteil, wenn man ohne Zeitdruck oder Termin unterwegs ist und an schönen Orten einfach länger verweilen kann.


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Außerdem kommt es uns nicht darauf an, so viel Action und Abenteuer wie möglich zu erleben. Auch wollen wir nicht jede Sehenswürdigkeit oder Stadt besichtigen. Wir legen viel mehr Wert auf Entschleunigung, Ruhe und einem entspannten Leben in einer idyllischen Umgebung mit wenig bis keinen Menschen um uns herum.

Reisefreundschaften

Das bedeutet jetzt nicht, dass wir komplett menschenscheu sind. Denn während der letzten Monate haben wir eine ganze Menge neuer Leute kennengelernt - Einheimische, andere Reisende oder auch Gleichgesinnte.

Mit einigen hat man nur ein paar Worte gewechselt oder sich gar nur zu gewunken. Mit anderen verbrachten wir ein paar gemütliche Stunden, einen schönen Abend oder auch ein paar gemeinsame Stunden unter den Fahrzeugen.

Und dann gab es wiederum auch jene, wo aus einer anfangs flüchtigen Bekanntschaft sich eine richtige Reisefreundschaft entwickelte oder wir einfach Teil einer Familie wurden.


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Fortsetzung

All diese Erlebnisse und Erfahrungen möchten wir keinesfalls missen und sind unheimlich dankbar, dass wir diese Art Leben führen können.

Denn, wie bereits erwähnt, ist das Ende unserer Reise nach wie vor nicht absehbar. Noch längst haben wir nicht alle Länder besichtigt, die wir gern näher erkunden möchten und werden daher bald wieder aufbrechen. Der nächste Abfahrtstermin steht und so lange die Gesundheit mitspielt, Mo uns zuverlässig durch die Welt rollt und uns das Nomadenleben gefällt, werden wir euch weiterhin regelmäßig von unseren kleinen und großen Abenteuern berichten.

Von daher seid gespannt, wir sind’s. Bis zum nächsten Mal, wenn ihr mögt!


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Jahr2026

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