Reiseblog April 2026 - Ein zweites Mal im Balkan
Der April zeigte sich von seiner sonnigen Seite – anfangs mit frühlingshaften und zum Schluss sogar mit sommerlichen Temperaturen, bei denen wir unsere Bräune wieder ein wenig auffrischen konnten. Das war der Vorteil, wenn man den Frühling im Süden Europas verbrachte.
Dabei ging es von der Mitte Griechenlands bis fast in den Norden von Albanien – also gute 500 km, die wir in einem Monat zurücklegten. Zwischendurch fanden wir noch ein paar schöne Stellplätze, an denen wir wieder mal hängen geblieben sind, um Natur und Ruhe zu genießen.
Außerdem gab es gleich zwei freudige Wiedersehen und heißes Wasser ohne Grenzen. Was wir auf unserem Weg von Griechenland nach Albanien alles erlebt haben, wen wir wo wiedergetroffen haben und was es mit dem heißen Wasser auf sich hatte – das, erfahrt ihr in den nächsten Zeilen.
Vom Meer in die Berge
Nachdem wir unseren schönen Stellplatz am Ambrakischen Golf verlassen hatten, ging es bei unserer Fahrt Richtung Norden nun einmal unter diesem durch. Der Aktio-Preveza-Tunnel ist ein 1.570 m langer Unterwassertunnel, welcher 2002 eröffnet wurde und der einzige dieser Art in Griechenland ist. Vorher war eine Verbindung zwischen den beiden Seiten des Golfs nur mittels Fähre möglich, was die Reisestrecke und -zeit erheblich verlängerte.
Nur wenige Kilometer weiter kamen wir bei Nikopolis vorbei. Dies war eine antike römische Stadt, welche etwa im 12. Jahrhundert aufgegeben wurde. Gegründet wurde sie 31 v. Chr. durch Octavian, den späteren Kaiser Augustus und gleichzeitig dem ersten römische Kaiser. Ein paar Ruinen waren von der Straße aus sichtbar, welche ich mit der Kamera festhalten konnte. Extra anhalten wollten wir allerdings nicht, da wir noch einiges an Kilometern an dem Tag vor uns hatten. Und zugegeben, viel war auch nicht mehr wirklich zu erkennen – abgesehen von ein paar alten Steinen.
Nach einem letzten Zwischenstopp beim Lidl, verabschiedeten wir uns vom Meer und es ging wieder ins Landesinnere hinein, wobei wir bis auf 500 Höhenmeter hinauffuhren. Auf der Autobahn Richtung Ioannina schlängelten wir uns zwischen den Bergen hindurch, mit hin und wieder wunderschönen Ausblicken.
Dabei erwischten wir sogar noch eine Tankstelle, wo der Liter Diesel unter 2,00 EUR kostete und tankten Mo gut Dreiviertel voll. Danach fuhren wir unseren vorerst letzten Stellplatz für dieses Land an.
Die letzten Tage in Griechenland
Unser Aufenthalt in Griechenland endete nach fast genau 6 Monaten. Etwas mehr als 2.000 km sind wir in dieser Zeit gefahren, wobei es einmal die Ostküste runter zur Peloponnes und schlussendlich die Westküste wieder hinauf ging.Wir haben zwar keine großen Sehenswürdigkeiten besichtigt, dafür tatkräftig bei einer Olivenernte mitgeholfen, einen Gnadenhof mit unserer Arbeitsleistung unterstützt, bekannte Gesichter wieder getroffen, neue Bekanntschaften geschlossen und frühere Hobbys wieder entdeckt. Die restliche Zeit haben wir an meist schönen, ruhigen Plätzen verbracht – an dem einen länger, an dem anderen kürzer.
Auch unser letzter Stellplatz in Griechenland war wieder solch ein Ort, an dem wir ein paar Tage hängen blieben. Dabei handelte es sich um das Gelände eines ehemaligen Klosters, später Internat, mit einer traumhaften Aussicht auf die umliegenden Berge und absoluter Ruhe.
Erinnerungen an die Internatszeit waren die verschiedenen Klettergerüste mit Kletterstangen, ein riesiges Fußballfeld, was sich die Natur bereits zurück erobert hatte, sowie die Ständer der Basketballkörbe. Außer ein paar Hunden waren wir auch hier mal wieder ganz allein – abgesehen von den Schmetterlingen, diversen Vögeln, Schildkröten und den ganzen anderen Insekten um uns herum.
Grenzwechsel
Am 10. April 2026 war es dann soweit. Nur wenige Kilometer vom Stellplatz entfernt, gab es noch eine kleine Wasserquelle, an der wir einen kurzen Halt einlegten. Direkt daneben befand sich ein Museum, welches im Außenbereich Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg ausstellte. Zu so früher Stunde war es allerdings noch geschlossen, so dass wir keinen Blick ins Innere werfen konnten.Danach ging es auf direktem Wege zur Grenze weiter. Auf griechischer Seite hatte sich bereits ein kleiner Stau gebildet und so reihten wir uns vorbildlich mit in die Schlange ein. Nach gut 20 Minuten standen wir an der Passkontrolle und die Ausreise verlief ohne Probleme. Selbst einen Blick in Mo wollte diesmal niemand werfen. Wir sagten: Antio Elláda / Auf Wiedersehen Griechenland – bis zum nächsten Mal.
An der albanischen Grenze dauerte es hingegen keine 5 Minuten. Und auch hier wurden lediglich die Reisepässe gescannt und danach konnten wir direkt durchfahren.
Nach rund 1,5 Jahren waren wir zurück im Balkan und fuhren relativ zügig die erst größere Stadt an. Rechts sahen wir einige schneebedeckte Berge und links vereinzelte ehemalige Bunker.
Erste Eindrücke von Albanien
In Gjirokaster legten wir nur einen kurzen Zwischenstopp ein, um uns eine SIM Karte zu besorgen. Seit unserem letzten Aufenthalt in Albanien, bietet nun auch Vodafone ein Paket mit 1 TB für 21 Tage an. Das Ganze kostete zwar knapp 34 EUR. Aber was muss, das muss.Was mir in dem Laden übrigens direkt wieder aufgefallen war und ich damals schon als unangenehm empfand, war, dass die Albaner irgendwie gar keinen Diskretionsabstand oder ähnliches kannten. Während ich mit der Dame am Schalter sprach, hingen mir die nächsten Kunden buchstäblich direkt im Nacken und trugen ihr Anliegen vor, während meines gerade bearbeitet wurde. Daher ging es ganz schnell wieder raus aus der Stadt, wobei der chaotische Verkehr ebenfalls dazu beitrug, das wir diese fluchtartig verließen.
Der Weg zu unserem ersten Stellplatz führte uns vorbei an einer wunderschönen, grünen und blühenden Landschaft. Wir fuhren durch ein weites Tal, durch das der Fluss Vjosa fließt. Dessen Wasser war kristallklar und lud zum baden ein. Allerdings waren die Temperaturen hierfür dann doch noch etwas zu frisch. Was das angeht, sind und bleiben wir eben Warmduscher.
Später wurde das Tal enger und bildete eine Schlucht. Die Vjosa war dabei unser stetiger Begleiter neben den Bergen und einzelnen Ortschaften entlang der Strecke. In Memaliaj kamen wir an einigen farbenfrohen Häusern vorbei, was wir von Albanien so noch gar nicht kannten.
Angekommen und versackt
Auf der Höhe von Vlora, jedoch mehr im Landesinneren, bogen wir von der SH4 einmal links und kurz darauf einmal rechts ab. Hier landeten wir auf einem parkähnlichen Gelände mit einem Kriegsdenkmal sowie großem Fußballfeld, was sich jedoch von der umliegenden Rasenfläche nur aufgrund der zwei Tore unterschied.Wir fanden ein schönes Plätzchen am Rande, mit kleinem Bach unmittelbar hinter uns und machten direkt wieder Bekanntschaft mit den Platzhunden. Aus geplanten zwei Tagen wurden letztendlich acht Tage. Uns zog es noch nicht so richtig weiter, weshalb Christian kurzerhand ein paar Projekte an Mo anging.
Die Halterung des Tankschutzes wurde einmal mit Rostschutz behandelt und neu lackiert. In dem Zuge wurde der Tankschutz auch gleich mit sauber gemacht. Außerdem reinigten wir unsere Innenwasserfilter, wobei die letzte Reinigung schon ein paar Tage zurück lag. Und zu guter Letzt wurden ein paar Abmessungen am Auspuff vorgenommen, denn diesen wollen wir im Herbst einmal neu machen.
Sämtliche Außenarbeiten wurden stets von den Platzhunden mit begutachtet. Hinzu kamen täglich Schafe, Kühe und Ziegen bei uns vorbei samt ihren Hirten – mal zu Fuß und mal auf dem Esel. Der Platz wurde inzwischen als Weidefläche genutzt, weshalb stets tierisches TV herrschte. Zwischendurch liefen noch ein paar Hühner umher und pickten fleißig im Boden rum.
Aber das Magischste an diesem Platz begann stets in der Abenddämmerung bis weit in die Nacht hinein, wenn unzählige Glühwürmchen ihre Bahnen zogen. Ich konnte diesen kleinen Leuchtpunkten stundenlang dabei zusehen, wie sie umherflogen und alles wie in einem Märchenwald erscheinen ließen. Leider war es mir nicht möglich dieses Spektakel auf einem Bild festzuhalten, weshalb ihr mir das jetzt einfach glauben müsst.
Auf Albaniens Straßen
Wir hatten hin und her überlegt, ob wir noch einen Zwischenstopp bis zu unserem nächsten Ziel einlegen wollten. Aber die Stellplätze, die zur Auswahl standen, hatten uns alle nicht so wirklich angesprochen. Daher legten wir knapp 200 km am Stück zurück, was für uns absolut unüblich ist.Die ersten Kilometer begleitete uns noch die Vjosa, aber mit der Zeit wurde die Ebene immer offener und die Berge rückten mehr in den Hintergrund. Wir kamen an unzähligen Gewächshäusern vorbei, in denen eifrig Erdbeeren geerntet und am Straßenrand zum Verkauf angeboten wurden. Einen Preis konnten wir jedoch nirgends entdecken.
Auf der Höhe von Durrës kamen wir nicht drumrum und mussten einen Großteil durch die Stadt fahren. Rechts und links wurden überall neue Hotels gebaut und vor uns geriet der Verkehr ins stocken. Zwischendurch waren immer mal Fußgänger oder Radfahrer am Straßenrand, denen wir auf einer doppelspurigen Straße stets ausweichen mussten. Kein leichtes Unterfangen, wenn von hinten die Einheimischen angerast kamen bzw. drängelten.
Das letzte Drittel der Strecke ging es auf der Autobahn entlang, für die wir gern die Maut zahlten. Bevor wir letztendlich an unserem Ziel ankamen, machten wir noch Bekanntschaft mit den albanischen Bodenwellen, die in den Ortschaften meist ohne jegliches Hinweisschild plötzlich auf der Straße erscheinen. Wenn man nicht gut genug aufpasste, konnte es durchaus möglich sein, dass das Fahrzeug einmal kurz abhebt und mit einem Krachen wieder aufkam. Gut, dass selbst die Albaner vor diesen Bodenwellen abbremsten und wir uns auch daran noch erinnern konnten. So blieb uns die Flugstunde mit Mo erspart.
Freudiges Wiedersehen
Im Oktober 2024 verließen wir den Campingplatz von Alessandra und Daniele mit dem Wissen irgendwann wieder hier vorbei zukommen. All die Zeit über standen wir in Kontakt und so kam es, dass nun nach 1,5 Jahren ein freudiges Wiedersehen stattfand.Seit unserem letzten Aufenthalt hatte sich viel getan auf dem Gelände. Neben altbekannten tierischen Bewohnern, kamen inzwischen ein paar neue Zwei- und Vierbeiner hinzu. So hatte zum Beispiel Romeo, der Pfau, zwei Damen bekommen und eine kleine, graue Katze, hatte ebenfalls ein neues Zuhause gefunden.
Außerdem wurde ein Fitnessbereich mit Jacuzzi und kleiner Sauna errichtet, der Relaxbereich um Hängematten erweitert, eine kleine Küche für Radreisende zur Verfügung gestellt und es gab eine Menge neuer Pflanzen, die den Platz in eine kleine Wohlfühloase verwandelten.
Doch es sollte nicht bei einem freudigen Wiedersehen bleiben. Bereits ein Tag nach unserer Ankunft kam Heiko mit seinem PKW und Wohnwagen angefahren. Als kleine Erinnerungsstütze: Mit Heiko hatten wir im Januar zwei Wochen in der Nähe von Nafplio verbracht, also gut 1.000 km südlicher, und waren regelmäßig an den Felsen klettern.
Inzwischen war Heiko auf dem Weg Richtung Dresden und legte bei uns auf dem Campingplatz einen Zwischenstopp ein. Zusammen fuhren wir mit den Fahrrädern an den nahegelegenen Thale Strand, wobei wir auch an einigen der unzähligen Bunker vorbei kamen. Nach einem gemütlichen Abend mit Nüssen und Wein, hieß es jedoch bereits am darauffolgenden Morgen erneut Abschied nehmen. Doch das nächste Wiedersehen ist bereits geplant und wird in gut 1.000 km nördlicher stattfinden.
Arbeit für ein wenig Luxus
Wie auch bei unserem letzten Aufenthalt bei Alessandra und Daniele, kamen wir wieder in den Genuss alle Annehmlichkeiten des Campingplatzes kostenlos zu nutzen inkl. gemeinsamen Mittagessen. Im Gegenzug hierfür arbeiteten wir an fünf Tagen die Woche jeweils knapp fünf Stunden.
Neben Unkraut entfernen, Hecken schneiden, Rasen mähen und Sonnenschutz bauen, standen auch diverse Reparatur-, Putz- und Malarbeiten auf dem Programm. Außerdem war ich täglich für das Kochen des Mittagessens verantwortlich, was für mich ebenfalls Arbeitszeit war und so stets ein abwechslungsreiches und gesundes Menü aufgetischt wurde.
Unter der Woche gab es vormittags regelmäßig ein leckeres Schoko-Croissant zwischendurch, was auch die Gäste des Platzes täglich bestellen konnten. Verhungern taten wir in dem Falle wieder mal nicht und wir ließen es uns nicht nur mit dem Essen gutgehen.
Auch wenn wir bei unseren letzten beiden Workaway-Einsätzen in Griechenland die Möglichkeit hatten zu duschen, so war dort jeweils das heiße Wasser begrenzt und auch stets wetterabhängig. Hier auf dem Campingplatz hingegen gab es unbeschränkt heißes Wasser – egal ob bei Regen, Wolken oder Sonnenschein. Das nutzten wir in vollen Zügen aus, wobei unsere Haut es gar nicht mehr so richtig gewohnt war.
So schön es auch war, die Annehmlichkeiten eines Campingplatzes zur Verfügung zu haben, so schön ist es auch, wieder autark stehen zu können. 1,5 Jahre war es her, als wir das letzte Mal auf einem Campingplatz standen und mal schauen, wie lange es das nächste Mal dauern wird, bis wir erneut einen bewusst ansteuern werden.
Fazit Albanien
Zum Ende des Monats waren wir zwar immer noch in Albanien, aber die Tage bis zur Ausreise wurden bereits gezählt. Daher gibt es bereits jetzt das Fazit zu Albanien.
Landschaftlich hat das Land ein breites Spektrum zu bieten – neben Meer, Bergen und glasklaren Flüssen auch eine wunderschöne Natur, vor allem im Frühjahr, wenn alles grünt und blüht. Dabei muss man jedoch stets über den Müll hinweg sehen, der an manchen Orten mehr oder weniger vorhanden ist. Aber das Problem kannten wir bereits aus anderen Ländern unserer Reise.
Bei den Straßen besteht zum großen Teil Verbesserungsbedarf. Schlaglöcher, plötzliche Bodenwellen, schmale Fahrspuren in Verbindung mit drängelnden Autofahrern und zusätzlichen Verkehrsbeteiligten in Form von Fußgängern oder Radfahrern, sorgten für kein angenehmes Fahrgefühl. Auch jenes kannten wir bereits von vorherigen Ländern.
Und doch wurden wir auch diesmal mit Albanien nicht so richtig warm. Für uns wird es eher ein Transit-, aber kein Reiseland bleiben. Auch mit den Einheimischen sprühte der Funke nicht über und in den Geschäften wird größtenteils nur Bargeld akzeptiert. Hier hängt das Land noch ganz schön hinterher, denn selbst in Georgien und Armenien war fast überall Kartenzahlung möglich.
Nichtsdestotrotz hatten wir eine schöne Zeit mit vielen neuen Eindrücken. Im Mai geht es weiter durch den Balkan langsam Richtung Norden, wobei wir uns dabei wieder voll und ganz auf unseren gemütlichen Reiserhythmus konzentrieren werden.
Zum Ende des Monats gab es übrigens noch etwas zu feiern bei uns. Am 29. April 2024, also vor zwei Jahren, brachen wir auf in diesen neuen Lebensabschnitt und sind noch nicht am Ende unserer Reise angekommen. Was wir in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren noch erleben werden, wissen wir aktuell selber noch nicht. Aber wir werden euch wie gewohnt monatlich und zum Teil auch täglich davon berichten.
Von daher seid gespannt, wir sind’s. Bis zum nächsten Mal, wenn ihr mögt!















































