Reiseblog Januar 2026 - Klettern, Kultur und viele Streicheleinheiten

Der Januar in Griechenland zeigte sich diesmal von seiner launischen Seite. Während die erste Hälfte noch recht angenehme Temperaturen mit viel Sonnenschein bereithielt, froren wir in der zweiten Hälfte bei Regen und ordentlich Sturm. Anscheinend war nun doch etwas von der Kältewelle aus dem Norden Europas zu uns geschwappt.

Wir machten jedoch das Beste draus und wenn wir nicht gerade im Mo saßen, hingen wir entweder an einer Wand, besichtigten einige Sehenswürdigkeiten oder verteilten ganz viele Streicheleinheiten an manch Drei- bzw. Vierbeiner.

Denn zum Ende des Monats fuhren wir unser zweites Workaway für diesen Winter an, welches auf einem Gnadenhof war. Wieder eine komplett neue Erfahrung für uns, die sehr ans Herz ging. Doch lest selbst, wen und was wir auf dem Weg dahin so alles erlebt sowie getroffen haben und wie unser erster Eindruck von den ganzen Fellknäueln war.

Alles einmal auffüllen

Nach fast drei Wochen hieß es Anfang des neuen Jahres Abschied nehmen von „unserer“ Weihnachtsbucht sowie Fred, dem Platzkater. Denn weiter ging die Reise zu einem neuen, ebenfalls alten Platz.

Auf dem Weg dahin wurden diverse Versorgungsstopps eingelegt. Erst ein wenig Wasser und Diesel tanken, dann sämtliche Vorräte bei unserem Lieblingsdiscounter auffüllen sowie ein bisschen Kleinkruscht kaufen. Dabei ging es übrigens zum 7. Mal für uns über den Kanal von Korinth.

Außerdem kamen wir an einem wohl bekannten Straßenstand vorbei, wo wir einfach anhalten mussten. Wie im letzten Jahr deckten wir uns erneut mit frisch geernteten Orangen ein. 10 kg sollten für die nächsten drei Wochen reichen – so der Plan, der auch wunderbar aufging.

Wieder am Karathona Beach

Kurz hinter Nafplio, oberhalb vom Karathona Beach, fanden wir unseren schönen Platz vom Vorjahr wohlbehalten wieder vor. Auch unser damaliger Nachbar, Heiko aus Dresden, war bereits vor Ort, mit dem wir die letzten Monate stets in Kontakt standen. Daher war es keine Überraschung ihn wieder zu sehen, aber die Freude war trotzdem auf beiden Seiten groß.

Der erste Abend bescherte uns direkt ein grandioses Farbenfeuerwerk am Himmel und auch die nächsten Tage hatten wir frühlingshafte Temperaturen mit wunderschönen Ausblicken. So hatten wir diesen Ort in Erinnerung und waren im Nachhinein froh, dass wir unsere zweite Olivenernte absagen mussten.

Wir besuchten den Markt in Nafplio, deckten uns mit leckerem Honig ein, schlenderten durch die Stadt und kamen selbstverständlich am DHL vorbei.

Das Plätzchenpaket ist endlich da

Denn hier konnten wir nun endlich das langersehnte Plätzchenpaket meiner Eltern in Empfang nehmen. Auch wenn Weihnachten schon vorbei war, schmeckten diese immer noch vorzüglich.

Doch bei einem Paket sollte es nicht bleiben. Zwei weitere folgten mit noch mehr Plätzchen und allerlei Süßkram, so dass wir bereits nach kurzer Zeit einen Zuckerschock hatten. Zum Ausgleich hierfür gab es ordentlich Vitamine in Form von Obst und Gemüse, das jeden Morgen von mir geschält und in mundgerechte Stücke zubereitet wurde.

Um die vielen Kalorien auch ein wenig abzulaufen, gab es tägliche Spaziergänge am Strand sowie einen Ausflug zur Kapelle, welche gegenüber unseres Stellplatzes lag. Außerdem hatten wir bzw. ich, dank Heiko, die Möglichkeit auch mal ein paar andere Ecken des rechten Fingers der Peloponnes kennenzulernen, da er mit PKW und Wohnwagen vor Ort war. Während sein Wohnwagen einen festen Platz hatte, waren wir mit dem Auto ziemlich flexibel und konnten auch spontan mal wohin fahren.

Das antike Epidauros

So ging es unter anderem ins rund 30 km von Nafplio entfernte Epidauros. Hierbei befindet sich die bedeutendste archäologische Kultstätte Griechenlands für den Heilgott Asklepios und dessen Vater Apollon. An sich wollte ich diese schon im vergangenen Jahr besuchen, aber Christian hatte damals bereits genug alte Steine gesehen. Gut, dass Heiko nicht ganz so ein Kulturbanause und offen für ein wenig Abwechslung war.

Ein paar geschichtliche Fakten: Epidauros entwickelte sich im Laufe des 5. und 4. Jahrhunderts vor Christus zu einem bedeutenden spirituellen Kurort und umfasste während seiner Blütezeit ein Theater, Badehäuser, eine Vielzahl an Tempel, Sportstätten als auch ein Gästehaus.

Weltberühmt ist das Theater mit seinen 55 Sitzreihen über der runden Orchestra. Es bietet herrliche Ausblicke auf die Berglandschaft der Argolis und eine exzellente Akustik, die man selbst heute noch erleben kann. Das größte antike Theater Griechenlands bietet Platz für bis zu 14.000 Zuschauer und seit 1952 dient es jeden Sommer als Spielstätte für die Athens & Epidauros Festivals.

Weniger bekannt als die wiederentdeckten Olympischen Spiele, gab es im antiken Epidauros auch eine Reihe sportlicher Wettkämpfe. Die Wettkämpfe in Epidauros wurden Asklepieia genannt und fanden alle vier Jahre zu einer genau festgesetzten Zeit statt. Zunächst trug man hier nur rein sportliche Disziplinen aus, im Laufe der Zeit kamen aber auch musische Künste dazu.

Auch wenn der Eintritt mit 20 EUR / Person ziemlich happig war, hat sich jeder EUR gelohnt. Allein schon der Anblick des Theaters, aber auch der anderen noch vorhandenen und restaurierten Stätten, waren jeden Cent wert.

Am seidenen Faden

In Sichtweite unseres Stellplatzes gab es eine Kletterwand, an der wir fast täglich Kletterer beobachten konnten. Bei diesem Anblick juckte es uns regelrecht in den Fingern und Beinen. Denn vor mehr als 10 Jahren waren wir eine zeitlang regelmäßig in einer Halle klettern gewesen.

Dank Heiko hatten wir nun die Chance zum einen mal wieder in den Genuss des Klettern zu kommen und zum anderen auch zum ersten Mal am Fels klettern zu gehen. Heiko war nämlich ein aktiver Kletterer und bestens ausgestattet. Wir selbst hatten Schuhe, Helm und Gurt die ganze Zeit schon dabei. Was uns jedoch fehlte, waren ein Seil sowie ein paar Expressen.

Nach einer Auffrischung unserer Kenntnisse hinsichtlich Sicherung und Technik ging es motiviert an den warmen Fels. Und, was soll ich sagen! Es hatte uns allen sichtlich Spaß gemacht und eine alte Leidenschaft wurde dabei wieder neu entflammt. Gut, dass Christian und ich vom Körpergewicht nicht zu weit auseinander lagen und uns somit problemlos gegenseitig sichern konnten. Denn Klettern bedeutet viel Vertrauen in den Seilpartner zu haben und es gehört auch eine stetige Kommunikation dazu.

Insgesamt drei Mal waren wir mit Heiko am Fels und es wird definitiv nicht das letzte gemeinsame Kletterabenteuer gewesen sein. Mal schauen, wann bzw. wo Christian und ich uns mit den fehlenden Sachen ausrüsten werden, um in Zukunft vielleicht das ein oder andere Klettergebiet gezielt anzufahren.

Kleine Ausflüge zwischendurch

Die weniger schönen Tage wurden für kleine Ausflüge genutzt, so dass wir die gemeinsame Zeit mit Heiko so effektiv wie möglich gestalteten. Auf dem Programm standen dabei ein erneuter Ausflug nach Nafplio in Verbindung mit dem Besuch eines Waschsalons sowie der Acronauplia.

Das Ganze wurde schlussendlich noch mit der Besichtigung der Höhle von Franchthi und den Dolinen von Didima abgerundet. Hierfür fuhren wir rund 70 km den Finger hinab durch die beeindruckende Berglandschaft des Parnon-Gebirges, wobei wir immer wieder Blicke aufs Meer erhaschen konnten. 


Von Ost nach West

Die Zeit am Karathona Beach verging wie im Fluge und schneller mussten wir uns von Heiko wieder verabschieden, als uns lieb war. Aber zum einen hatten wir einen Termin, den wir nicht verschieben konnten und zum anderen stand fest, dass wir uns dieses Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit erneut sehen werden. Und dann vielleicht auch wieder zusammen klettern gehen.

Noch ein letzter Blick zurück und danach brachen wir auf. Um zu unserem nächsten Ziel zu gelangen, ging es für uns einmal quer über die Peloponnes – von der Ost- bis an die Westküste. Dabei fuhren wir durch die Hochebene von Tripoli, welche von gleich drei Gebirgen umgeben ist. Bis fast 2.000 m hoch sind die Berge des Menalon-Massivs, auf dessen Gipfeln zum Teil auch Schnee lag.

Ankunft auf dem Gnadenhof

Wir hatten ein gutes Wetterfenster abgepasst und kamen bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gnadenhof von Iris und Christo an. Dieser befindet sich in der Nähe von Dorio und hier finden alte sowie kranke Tiere ein liebevolles Zuhause.

Nachdem die Einfahrt, extra für Mo, etwas freigeschnitten wurde und wir unseren Platz bezogen hatten, gab es einen ersten kleinen Rundgang. Denn die kommenden Wochen werden wir hier unser zweites Workaway absolvieren und einen Einblick in die Arbeit in solch einer Einrichtung erhalten.

Über 30 Hunde und knapp 20 Katzen haben bei Iris und Christo eine Zuflucht gefunden, in der sie viel Liebe, Wärme und Fürsorge bekommen. Wir wurden freudig von den Drei- bzw. Vierbeinern begrüßt und wussten gar nicht, wen wir zuerst streicheln sollten.

Wie unser Arbeitsalltag aussah, wer sich dabei in unser Herz geschlichen hatte und was wir sonst noch auf dem Gnadenhof erlebt haben, das erfahrt ihr nächsten Monat.

Von daher seid gespannt, wir sind’s. Bis zum nächsten Mal, wenn ihr mögt!