Reiseblog März 2026 - Auf, Richtung Norden
Lauschige Stellplätze, Ruhe und Einsamkeit, aber auch ein paar wenige anstrengende Fahrtage prägten den März. Wir nahmen Abschied vom Gnadenhof und fuhren langsam, aber sicher Richtung Norden.
Auf Küstenstraßen, kleinen Bergetappen sowie mit einer Fähre führte uns Mo stets von Platz zu Platz. Sternenklare Nächte, blühende Landschaften und glasklares Wasser brachten unsere Augen zum Strahlen. Aber auch unsere anderen Sinne kamen nicht zu kurz.
Die frühlingshafte Luft ließ uns stets tief durchatmen. Die Sonnenstrahlen wärmten unsere Haut. Und unsere Ohren bekamen regelmäßig Konzerte von Vögeln, Fröschen und unzähligen anderen Tieren zu hören.
Was wir wo genau erlebten und ein paar mehr Details zu unseren Erlebnissen im März, haben wir euch in den nachfolgenden Zeilen niedergeschrieben.
Abschied vom Gnadenhof
Die letzten Tage auf dem Gnadenhof waren gefüllt mit Rasen mähen für Christian, dem Katzenhaus für mich, vielen intensiven Streicheleinheiten für die Fellnasen und den täglichen Gassirunden, welche aufgrund des frühlingshaften Wetters endlich regelmäßig stattfanden.
Nach fast zwei Monaten wurde es jedoch Zeit für uns Abschied zu nehmen und weiterzuziehen. Einige der Drei- und Vierbeiner hatten wir besonders ins Herz geschlossen und der Abschied nach dem langen Aufenthalt fiel entsprechend schwer. Gern hätten wir einen der Hunde mitgenommen, aber der Verstand siegte schlussendlich bei der Entscheidung.
Wir wurden Teil dieses wundervollen Projektes und möchten die Zeit sowie die Erlebnisse nicht missen. Wir sind dankbar für die Erfahrung und wer den Gnadenhof gern unterstützen möchte, findet unter folgendem Link genauere Informationen sowie noch viele weitere Bilder der Fellnasen:
*Hier geht es zum Gnadenhof auf facebook* (externer Link)
Mit einem weinenden und lachenden Auge verließen wir diesen idyllischen Ort, um langsam unsere Reise fortzusetzen.
Meerblick mit Waldduft
Wir fuhren entlang der Westküste der Peloponnes, wo wir etwas oberhalb von Pyrgos ein schönes Plätzchen mit Meerblick zur einen Seite und Waldblick zur anderen fanden. Selbstverständlich gab es auch hier ein paar Straßenhunde, welche jedoch gut von den Einheimischen versorgt wurden und sogar eigene Hundehütten hatten.
Glücklicherweise kamen nur eine Handvoll Einheimische vorbei, so dass wir die meiste Zeit allein waren und auch die Hunde selten bellten.
Ein Waldwanderweg führte direkt von unserem Platz los und so gab es neben kleinen Spaziergängen am Meer auch einen größeren durch den Wald. Nach fast zwei Monaten konnten wir auch endlich mal wieder einen Sonnenuntergang am Meer beobachten, was besonders ich sehr vermisst hatte.
Wir genossen die Ruhe, die Einsamkeit, die sternenklaren Nächte und das Gefühl wieder Zeit für sich zu haben. Dieser Platz erleichterte uns den Einstieg zurück in unseren Reisealltag und war auch unser letzter Aufenthalt auf der Peloponnes.
Brücke oder Fähre?
Nach drei Nächten ging es weiter Richtung Patras. Vorbei an unzähligen Gewächshäusern in denen zum größten Teil Erdbeeren angebaut wurden, kamen wir gut voran. Da die Erdbeersaison erst los ging, waren die Straßenstände leider noch nicht geöffnet. Gern hätte ich ein paar der süßen Früchte gekostet.
Auf der Autobahn fuhren wir um Patras herum, um zur Rio-Andirrio-Brücke zu gelangen. Diese verbindet die Peloponnes mit dem Festland und bildet den Eingang zum Golf von Korinth.
Sie ist eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt und sorgte für allerhand Aufsehen, weil es lange für unmöglich gehalten wurde, eine Brücke in einem Erdbebengebiet über eine 2,5 km breite und 65 m tiefe Meerenge ohne stabilen Boden zu bauen. Seit über 22 Jahren ist sie nun schon in Betrieb und bereits von weitem sichtbar.
Allerdings fuhren wir nicht über die Brücke zurück aufs Festland, sondern mit der Fähre. Das hatte zum einen den Vorteil, dass wir so einen viel besserem Blick auf die Brücke hatten und zum anderen war die Fähre nur halb so teuer wie die Brückenmaut. Außerdem konnten wir so noch lange einen letzten Blick auf die Peloponnes werfen und uns langsam von ihr verabschieden.
Einziger Haken an der ganzen Sache: Die Fährfahrt war diesmal eine ganz schön schaukelige Angelegenheit. Bereits direkt nach der Auffahrt auf die Fähre fühlten wir uns ziemlich wackelig auf den Beinen und es dauerte einen Moment bis wir realisiert hatten, dass dies nicht an uns lag sondern vom schwappenden Wellengang kam.
Froschkonzert und Lampions
Nachdem wir sicher auf dem Festland angekommen sind, ging es noch mal gute 75 km ins Landesinnere. So lang sollte die Fahretappe eigentlich gar nicht werden. Aber erst beim dritten Anlauf fanden wir erneut einen lauschigen Stellplatz – diesmal an einem See.
Zum Teil war der Platz noch überschwemmt, so dass nicht alle Annehmlichkeiten genutzt werden konnten. Die Einheimischen hatten sich hier nämlich einen kleinen Picknickplatz angelegt mit Bänken, Grill sowie einzelnen Solarleuchten und Lampions. Sobald die Sonne untergegangen war, leuchteten diese und ließen die Umgebung in einer romantischen Silhouette erscheinen.
Tagsüber kamen einige Fischer vorbei, die mit ihrem Boot auf den See fuhren und ein paar Spaziergänger, welche uns stets freundlich grüßten. Ansonsten waren wir den Großteil der Zeit allein, was ganz nach unserem Geschmack war.
Eine ganze Woche verbrachten wir in diesem kleinen Paradies, genossen die Ruhe, das allabendliche Froschkonzert und die Zeit für uns. Täglich gab es kleine Spaziergänge, es wurde viel gelesen, gearbeitet und die weitere Route geplant. Außerdem machten wir erste Bekanntschaft in diesem Jahr mit vereinzelten Mücken, was aber aufgrund des stehenden Gewässers nicht verwunderlich war.
Schneckentempo vs. Mops-Geschwindigkeit
Ihr merkt, unser Reisetempo hatte sich nicht geändert. Wenn uns ein Platz gefiel, blieben wir gern mehrere Nächte und selbst eine Schnecke war an diesen Tagen schneller unterwegs als wir.
Entschleunigung stand vor Entdecken, wobei wir auch an unseren einsamen Plätzen immer wieder schöne und neue Dinge sahen. Wir brauchen nicht die ganz großen Sehenswürdigkeiten eines Landes zu besichtigen, um dieses besser kennenzulernen. Uns genügten die kleinen Unterschiede der einzelnen Plätze – sei es in der Landschaft, der Fauna und vielfältigen Flora, in den Menschen, die uns vereinzelt begegneten oder in den Geräuschen und Gerüchen um uns herum. Wir waren zufrieden und das war das Wichtigste.
Wenn wir dann aber doch mal wieder eine Etappe fuhren, wurde diese meist länger als es üblich für uns war. Dann kamen gut und gerne schon mal gleich 100 km auf einmal auf den Tacho. Das wiederum hatte jedoch den Vorteil, dass wir an den besonders schönen Plätzen länger bleiben konnten und wir nicht stets von Platz zu Platz hetzen mussten. Wobei hetzen lassen wir uns eh nicht, da wir genügend Zeit haben und erst im Herbst ein paar fixe Termine anstehen.
Am Ambrakischen Golf
So kam es, dass wir die letzte Märzwoche am Ambrakischen Golf hängen blieben – nicht direkt am offenen Meer, sondern an einem schönen geschützten Plätzchen in einer Bucht.
Im Sommer ist dieser Platz sicher proppenvoll. Als wir da waren, hatten wir ihn fast ganz für uns allein. Auf den umliegenden Wiesen grasten die Schafe. Jeden Abend kam der Fuchs vorbei, der in unmittelbarer Nähe sein Versteck hatte. Und an dem kleinen Hafen, der unserem Platz gegenüberlag, wohnte eine Gans, die ihr Revier lautstark verteidigte.
Auch hier gab es tägliche Froschkonzerte im Wechsel mit dem Geschrei der umherfliegenden Möwen. Ansonsten war es absolut ruhig und nur ein paar Einheimische kreuzten unseren Weg. Neben regelmäßigen Spaziergängen wurde viel gearbeitet, aber auch enorm viel gelesen.
Während das Wetter anfangs noch größtenteils sonnig und warm war, verabschiedete sich der März mit Regen und Sturm. Auf den umliegenden Bergen sahen wir sogar Schnee, weshalb es uns noch nicht wirklich weiterzog. Aber lange konnten wir nicht mehr in Griechenland bleiben, denn inzwischen waren wir fast ein halbes Jahr im Land.
Deshalb wird es im April Zeit, mal wieder eine Ländergrenze zu queren. Neue Orte, neue Landschaften sowie neue, aber auch bekannte Gesichter stehen auf dem Programm. Wo es genau hingeht, was wir alles erleben werden und wen wir (wieder) treffen, das erfahrt ihr nächsten Monat.
Von daher seid gespannt, wir sind’s. Bis zum nächsten Mal, wenn ihr mögt!






































