Reiseblog Oktober 2025 - Europa hat uns wieder
Der Oktober stand ganz im Zeichen von Ankommen. Die letzten Wochen in der Türkei ließen wir es verhältnismäßig ruhig angehen. Neben Feenkaminen, alten Kanonen und dem Blick auf die längste Hängebrücke der Welt bekamen wir noch mal ein klein wenig was geboten.
Es folgten eine Fährfahrt, ein Grenzübergang und ein paar erste entspannte Wochen in Griechenland. Wir fanden zu einem gemütlichen Reiserhythmus zurück und ließen uns die frische Meeresluft mehrmals um die Nase wehen.
Am Ende des Monats stehen wir 50 km südlich von Thessaloniki am Rande eines kleinen Dorfes, direkt neben einer Olivenplantage. Wie und warum wir da gelandet sind und was wir auf dem Weg dahin alles erlebt haben, könnt ihr den folgenden Zeilen entnehmen.
Kula Geopark
In der Türkei gibt es viele Orte an denen Feenkamine zu sehen sind. Der wohl bekannteste ist Kappadokien im Herzen des Landes. Wer unseren Blog jedoch regelmäßig gelesen hat, weiß, dass wir es auch beim zweiten Anlauf nicht geschafft hatten, einen für uns passablen Platz zu finden.
Trotzdem konnten wir im Kula Geopark, im Westen der Türkei, eine Vielzahl dieser Erdpyramiden besichtigen. Jene sind das Ergebnis vulkanischer Aktivität und natürlicher Erosion durch Wind und Wasser, die das weiche Tuffgestein abgetragen und harte Gesteinsschichten zu kegel- oder pilzförmigen Türmen geformt haben.
Da der Park recht klein und bei weitem nicht so bekannt ist, verbrachten wir hier mehrere Tage, an denen wir nur eine Handvoll weiterer Touristen trafen. Es war der perfekte Ort zum entspannen, ein wenig zur Ruhe kommen und dem ein oder anderen kleinen Projekt an Mo.
Anschließend ging es weiter Richtung Westen, raus aus den Bergen und ran an die Küste.
Wieder am Meer
Anfang April bogen wir von der Küste der Türkei ins Landesinnere ab und hatten seitdem das Meer nicht mehr gesehen. Nach sechs Monaten kamen wir nun wieder in den Genuss und fanden sogar den ein oder anderen schönen und auch historischen Stellplatz.
Am Eingang der Dardanellen, unweit des Troja Museums, standen wir neben alten Kanonen, die aus der Schlacht von Gallipoli von 1915 stammten. Vielen ist die fast ein Jahr währende Verteidigungsschlacht des untergehenden osmanischen Reiches und der aufstrebenden jungtürkischen Regierung gegen britische und französische Besatzer eher als Dardanellenkrieg bekannt. Weit mehr als 100.000 Soldarten starben damals bei diesem Kampf.
Auf der gegenüberliegenden, europäischen Seite konnten wir das über 40 m hohe Denkmal der Märtyrer von Çanakkale sehen, welches den Soldaten gewidmet ist.
Heute, wie damals, sind die Dardanellen eine wichtige Meerenge, welche das Mittelmeer mit dem Schwarzen Meer verbindet. Gleichzeitig bildet diese die Grenze zwischen Asien und Europa.
Eine Fährfahrt, die ist lustig…
Wie im Frühjahr überquerten wir jene Grenze auch diesmal wieder mit der Fähre. Von hier erhaschten wir noch einen kurzen Blick auf das hölzerne Pferd aus dem Film Troja, was wir uns aufgrund der Hektik am Hafen nicht aus der Nähe anschauten.
Nach etwas mehr als 10 Minuten entspannter Fahrt und einem letzten Blick zurück, waren wir nach über sechs Monaten wieder in Europa. Wir ließen sämtlichen anderen Fahrzeugen den Vortritt, bevor wir von der Fähre rollten und erneut europäischen Boden unter den Rädern hatten.
Ein letztes Highlight in der Türkei stand uns noch bevor, welches wir direkt ansteuerten. Auf dem Hinweg waren wir nur vorbeigefahren, nun konnten wir die längste Hängebrücke der Welt aus der Nähe und auch bei Nacht betrachten.
Im Dunkeln ging dezentes Licht von ihr aus und tags wie nachts fuhren die kleinen als auch großen Schiffe gemächlich unter ihr hindurch.
Güle Güle Turkye
Am 12. Oktober 2025 legten wir noch einen letzten Tankstopp in der Türkei ein, da hier der Diesel um einiges günstiges war. Anschließend ging es auf direktem Weg zur Grenze. Bereits zwei Kilometer vor der Grenze begann die LKW-Schlange, welche wir jedoch rechts liegen ließen.
An der Grenze selbst dauerte es diesmal keine 20 Minuten und wir waren aus der Türkei ausgereist. Lediglich ein Blick des Grenzbeamten von der Tür aus in Mo, Stempel in die Reisepässe und schon war alles erledigt.
Insgesamt waren wir knapp 60 Tage dieses Jahr in der Türkei. Es ist definitiv ein schönes Land mit abwechslungsreicher und zum Teil atemberaubender Landschaft, super ausgebauten Straßen und freundlichen Menschen. Aber trotzdem wurden wir nicht so richtig warm mit dem Land.
Vielleicht werden wir in ein paar Jahren anders empfinden, wenn wir uns erneut auf den Weg Richtung Westen machen und auch eine andere Route fahren werden. Aber bis dahin werden wir noch zahlreiche weitere Länder besuchen.
Kalimera Greece
Eines davon war und ist unsere zweite Heimat. Denn so fühlte es sich auch diesmal an, als wir in Griechenland einreisten. Keine 20 Minuten dauerte der ganze Prozess auf der griechischen Seite.
Erneut ging es an der LKW-Schlange vorbei. Danach gab es für Mo ein kurzes Fußbad und unsere Pässe wurden lediglich gescannt. In Mo selbst wollte hier niemand schauen und so fuhren wir recht zügig aus dem etwas chaotisch wirkendem Grenzbereich heraus.
Der erste große Unterschied, den wir direkt feststellten, waren eindeutig die schlechteren Straßen. Aber dafür würden unsere Tagesetappen auch wieder bedeutend kürzer ausfallen, weshalb wir damit ganz gut leben konnten.
Erste Amtshandlungen
Da wir an einem Sonntag in Griechenland einreisten und wir uns erstmal wieder daran gewöhnen mussten, dass hier die Geschäfte sonntags geschlossen hatten, passierte an dem Tag auch nicht mehr ganz so viel bei uns.
Lediglich der Besuch eines Waschsalons stand noch auf der Tagesordnung. Gefühlt hatte fast die ganze Nachbarschaft des Waschsalons in Alexandroupoli die Idee an diesem Sonntag Wäsche zu waschen. Weshalb es ein ständiges Kommen und Gehen war und die Wartezeit recht schnell verging.
Die erste Nacht verbrachten wir dann ganz unromantisch neben ukrainischen Truckern, aber praktisch, direkt hinter einem Lidl. Diesem statteten wir am nächsten Morgen einen ausgiebigen Besuch ab. Was hatten wir uns auf manch Lebensmittel gefreut, die wir in den letzten Monaten nirgendwo bekamen.
Anschließend ging es auf weitere Beutezüge. Eine griechische SIM-Karte war schnell organisiert und endlich hatten wir wieder unbegrenztes Datenvolumen für kleines Geld. Im Jumbo deckten wir uns mit einigem Kleinkram ein und der Rest unserer langen Liste musste schlussendlich warten, bis wir in Thessaloniki die ganz großen Geschäfte erreichten.
Entspanntes Ankommen
Nachdem wir Alexandroupoli wieder verlassen hatten, suchten wir ein paar ruhigere Stellplätze auf, die stets nur einen Steinwurf vom Meer entfernt waren. Zum Ende des Monats mussten wir erst in Thessaloniki sein, was bedeutete, dass wir genügend Zeit hatten, um ganz in Ruhe in Griechenland anzukommen.
In der Lagune von Nestos, standen wir erneut zwischen der kleinen Kapelle und dem angrenzenden Hafen, von dem täglich mehrere Fischerboote hinauf aufs Meer fuhren. Neben unzähligen Flamingos, riesigen Pelikanen sowie vielen anderen Vögeln, sahen wir Krebse, Wasserschlagen und eine Menge Fische im Wasser herum schwimmen.
Christian fand Gelegenheit seine Angel mal wieder auszuwerfen, welche schon fast Spinnweben angesetzt hatte. Auch wenn nichts angebissen hatte, stand der Spaß an der Freude im Vordergrund.
Ich hingegen ging täglich mehrmals am Strand spazieren oder machte es mir mit meinem Kindle bewaffnet und dem direkten Blick aufs Meer im Campingstuhl gemütlich. So genossen wir unsere ersten Wochen in Griechenland ohne Stress und zum Teil ohne andere Menschen um uns herum.
Im Shopping-Paradies
Das genaue Gegenteil erlebten wir hingegen in Thessaloniki. In der Regel meiden wir Großstädte, aber manchmal kommen auch wir nicht drumrum. Vor allem, wenn es einen riesigen Baumarkt, IKEA sowie noch andere Geschäfte geballt auf einem Fleck gibt. Außerdem hatten wir schon fast Entzugserscheinungen, da unser letzter richtiger Baumarktbesuch eine Ewigkeit zurücklag.
In der Zwischenzeit hatte sich eine lange Liste angesammelt und einige Projekte im Mo warteten auf ihren Anfang. Doch dafür brauchten wir noch ein paar Sachen.
Nach der Ankunft auf dem riesigen Parkplatz waren wir im Shopping-Paradies und schlenderten ganz gemütlich durch die einzelnen Geschäfte. Und siehe da – wir hatten tatsächlich fast alles bekommen, was wir brauchten. Somit konnte Christian wieder ein paar To-do`s angehen, die auf einer anderen Liste standen.
Ankunft beim ersten Workaway
Nach dem Trubel in der Stadt waren wir froh, als wir diese hinter uns lassen konnten. Unser nächstes Ziel lag rund 50 km südlich von Thessaloniki in einem kleinen Dorf. Hier erwartete uns eine junge italienisch-griechische Familie, welche wir in den nächsten Wochen bei der Olivenernte sowie anderen Arbeiten unterstützen werden.
Wir hatten uns bereits im Frühjahr dazu entschieden, die Zeit in Griechenland diesmal größtenteils mit Workaway-Einsätzen abzudecken. Warum? Weil es im April 2025 eine Änderung der Gesetzeslage gab, was das Thema Freistehen in Griechenland anbelangt.
Auch wenn die Regelung inzwischen schon wieder etwas gelockert wurde, möchten wir keine unnötigen Strafen riskieren und einfach unsere Zeit in Griechenland entspannt genießen. Zumal wir fast ein halbes Jahr hier verbringen werden bevor wir weiterziehen werden.
Somit werdet ihr die kommenden Monate keinen neuen Länder in unserem Blog entdecken. Aber dafür viele tolle Erlebnisse und Eindrücke unserer Workaway-Einsätze verbunden mit den Hochs und Tiefs, die uns begegnen werden.
Im November wird es sich größtenteils um die Olive drehen, wobei wir tiefere Einblicke in die Ernte und den Anbau erhalten. Aber wie das genau ausschaut und ob wir nach diesen neuen Kenntnissen anders über das Thema Olive und Olivenöl denken, das erfahrt ihr im nächsten Blog.
Von daher seid gespannt, wir sind’s. Bis zum nächsten Mal, wenn ihr mögt!
































































